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Teresianischer Karmel - die Ordensgemeinschaft der hl. Teresa von Avila
Ordo Carmelitarum Discalceatorum (OCD)
Wir sind eine Ordensgemeinschaft in der katholischen Kirche. Gegründet wurde sie durch die spanische Karmelitin Teresa
von Avila. Die Wurzeln liegen im Stammorden aller karmelitanischen Gemeinschaften, der zu Beginn des 13. Jahrhunderts
im Karmelgebirge (Israel) entstand. Einige von uns leben als Ordensbrüder in kleinen klösterlichen Kommunitäten,
viele als Ordensschwestern in den Karmelitinnenklöstern und die meisten - sie sind verheiratet oder alleinstehend und
in den unterschiedlichsten Berufen tätig - gehören als Karmel-Familiaren unserem Orden an.
Gemeinsam ist den drei Zweigen des Ordens die Spiritualität. Sie lässt sich in das Leitwort zusammenfassen:
"In Freundschaft mit Jesus Christus den Mitmenschen zugewandt sein."
Im Geist Teresas wollen wir die persönliche, vertraute Beziehung mit Gott pflegen. Wir sehen in ihm
den Gott der Liebe und den Vater aller Menschen und wollen miteinander Schülerinnen und Schüler Jesu sein.
Das "innere Beten" in der Stille, die Meditation der biblischen Schriften und die Auseinandersetzung mit
den heutigen Glaubensfragen sollen, so haben es uns Teresa und ihr geistlicher Gefährte Johannes vom Kreuz mit auf
den Weg gegeben, unseren Lebensalltag prägen.
Gemeinsam ist uns auch die spezifische Aufgabe. Sie ergibt sich aus unserer Spiritualität: Was wir selbst von Gott
empfangen und bei Jesus gelernt haben, das wollen wir anderen weitergeben. "Beten und Beten lehren" heißt ein weiteres
Leitwort aus der karmelitanischen Tradition.
Die Förderung des geistlichen Lebens aus den Quellen der christlichen Spiritualität ist daher das Hauptanliegen
unserer Ordensgemeinschaft. Die geistliche Erfahrung unserer Ordensheiligen - neben Teresa von Avila und Johannes vom Kreuz vor allem auch
Therese von Lisieux, Elisabeth von Dijon und Edith Stein - ist uns bei der Verwirklichung dieses spirituellen
Apostolats Hilfe und Orientierung.
Unsere Schwestern leben in relativ kleinen Konventen. Als kontemplative Gemeinschaften übernehmen sie keine pastoralen
oder karitativen Aufgaben nach außen, sondern sehen ihre Hauptaufgabe im absichtslosen Dasein vor Gott, das zugleich
zum Mittragen der Nöte und Anliegen der Mitmenschen wird. Im Sinne Teresas vereint ihre Lebensform eremitische Elemente -
zurückgezogener Lebensstil, früh und abends je eine Stunde stilles Gebet und Meditation, ausgiebige Zeiten des
Schweigens und Alleinseins als Raum für die Entfaltung des intensiven Gebetslebens - mit einem geschwisterlichen
Gemeinschaftsleben - Eucharistiefeier, gemeinsames Stundengebet, geistlicher Austausch, tägliche Zusammenkunft zum ungezwungenen
Beisammensein im Gespräch.
Das intensive Gemeinschaftsleben stellt eine besondere Herausforderung dar.
Ihre vielfältigen Arbeiten, die auch dem Erwerb des Lebensunterhaltes dienen, verrichten die Karmelitinnen in der
Stille der Klausur.
Heute ist es den meisten Karmelitinnenklöstern ein wichtiges Anliegen, suchenden Menschen einen Raum der Stille
und die Möglichkeit zur Teilnahme an den Meditations- und Gebetszeiten anzubieten. Daneben finden auch leidgeprüfte
Menschen oder solche, die nach geistlicher Begleitung suchen, bei den Schwestern ein offenes Ohr.
Die Kommunitäten der Brüder sind kontemplativ-apostolische Gemeinschaften. Teresa verstand ihre
Brüder im Orden als Seelsorger und Verkünder des Glaubens. Ein Karmelit lebt in der Regel mit drei bis zehn Mitbrüdern
zusammen und steht zugleich in Kontakt und geistlichem Austausch mit den Mitbrüdern in den anderen Konventen der
Ordensprovinz. Der Tagesablauf in der Kommunität ist - ähnlich wie in einem Schwesternkloster - von den Zeiten des
gemeinsamen und persönlichen Gebets und der Meditation geprägt.
Alles, was direkt oder indirekt der Weitergabe des Glauberns dient, kann zu den Aufgaben eines Karmeliten gehören.
Der Schwerpunkt seiner Tätigkeit liegt im spirituellen Apostolat: geistliche Begleitung von Einzelnen und Gruppen,
Exerzitienarbeit, Krankenhausseelsorge, Schriftenapostolat und Vortragstätigkeit, Wallfahrtsseelsorge und
Gemeindearbeit sind "ordenstypische" Aufgabenfelder der Teresianischen Karmeliten.
Gehört zu einem Kloster eine Pfarrgemeinde, werden die pastoralen Aufgaben so organisiert, dass sie mit den Zeiten
des Gebets und des Gemeinschaftslebens in Einklang zu bringen sind.
Ordensbrüder (Fratres) und Ordenspriester (Patres) teilen die gleiche Lebensform und unterstützen und ergänzen einander
in der Gemeinschaft und in den Aufgabenbereichen des Konventes.
Die Karmel-Familiaren bilden die Laiengemeinschaft des Ordens. Ihre Mitglieder - Männer und Frauen jeden Lebensstandes,
darunter auch Diözesanpriester und -diakone - wollen in ihren Familien, in ihren Pfarrgemeinden und an ihrem jeweiligen
Arbeitsplatz aus der karmelitanischen Spiritualität leben. Als örtliche Teresianische Karmel-Gemeinden (TKG) organisiert,
unterstützen sie sich darin gegenseitig. Sie treffen sich regelmäßig, meist in vierwöchigen Abständen, zum
Erfahrungsaustausch im geistlichen Gespräch und zur Weiterbildung im Glauben und in Fragen der christlichen Spiritualität.
Soweit es ihnen möglich ist, arbeiten sie in den seelsorglichen Aufgaben des Ordens mit. Einige sind zum Beispiel
als Begleiterinnen und Begleiter von Karmelitanischen Exerzitien tätig, andere engagieren sich bei der Herausgabe von
Literatur und Tonträgern oder im Bücher-und Zeitschriftenversand.
Wie die Schwestern und Brüder in den Klöstern legen die Familiaren nach einer mehrjährigen Ausbildungs- und
Eingliederungszeit die endgültige Profess ab, die jedoch ihren jeweiligen Lebensstand nicht ändert.
Auch Christen aus anderen Konfessionen der Ökumene können als "assoziierte Mitglieder" zu einer Teresianischen
Karmel-Gemeinde gehören.
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